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Augenlexikon

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Netzhauterkrankungen

Die Wahrnehmung plötzlicher Lichtblitze oder der Eindruck, es würden Schwärme schwarzer Punkte vorbeiziehen, kann auf eine Erkrankung der Netzhaut hinweisen. Es kann sich um eine Ablösung der Netzhaut handeln, um altersbedingte Veränderungen oder Löcher in der Netzhaut. Bei Bluthochdruck und der Zuckerkrankheit können Netzhautveränderungen eine Begleiterscheinung sein.

Netzhauterkrankungen erfordern eine operative Behandlung. Bei Netzhautlöchern oder degenerativen Veränderungen ist es erforderlich, die Netzhaut durch Anheften auf einer Unterlage zu sichern. Abgelöste Netzhaut muss wieder angelegt werden und je nach Ursache und Schwere wird über die Art der notwendigen Operation entschieden.

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Die Netzhaut (Retina)

Die Netzhaut ist für das scharfe Sehen, die Fixation, verantwortlich. Hier werden die Wahrnehmungen aufgenommen und über den Sehnerven weitergeleitet. Das einfallende Licht wird in Lichtimpulse umgewandelt.   


Die Retinopathia pigmentosa

Die Retinopathia pigmentosa, auch Retinitis pigmentosa genannt, ist mit einer Prävalenz von 1:4000 die häufigste erbliche Netzhautdystrophie. Es handelt sich um eine Funktionsstörung des retinalen Pigmentepithels, die eine Abnahme der Zahl von Photorezeptoren zur Folge hat. Es sind beide Augen betroffen. Sie beginnt meist bereits im Jugendalter mit einer Nachtblindheit (Nyktalopie).


Der Albinismus

Der Albinismus ist ebenfalls eine erbliche Netzhauterkrankung. Er geht mit einer angeborenen Hypopigmentierung der Iris und des Augenhintergrundes einher. Zum Schutz der Augen sind lichtabsorbierende Brillengläser nötig.


Autosomal-rezessiv vererbte Netzhauterkrankungen

Bei autosomal-rezessive Erbgängen kommt eine Krankheit nur dann zum Ausbruch kommt, wenn sich auf beiden Autosomen (Vererbung erfolgt über ein Nicht-Geschlechtschromosom), jeweils eines von der Mutter und dem Vater die gleiche Veränderung (Mutation) in einem bestimmten Gen findet. Die Eltern sind dabei nicht erkrankt. Zu den autosomal-rezessiven Netzhauterkrankungen gehören der Morbus Stargardt und der Fundus flavimaculatus.


Autosomal-dominante Netzhauterkrankung

Jeder Mensch hat in der Regel von allen autosomalen Genen (Nicht-Geschlechtschromosomen) zwei Kopien, eine vom Vater und eine von der Mutter. Ist eine davon mutiert, resultiert die Krankheit daraus, denn die zweite Kopie kann die Störung nicht ausgleichen. Dies ist zum Beispiel beim Morbus Best der Fall.


Netzhautablösung

Netzhautablösungen bedrohen das Augenlicht unmittelbar und führen unbehandelt fast immer zur Erblindung. Bei der Netzhautablösung kommt es zu einer Abhebung der inneren (neurosensorischen) Anteile der Netzhaut vom Pigmentepithel, der Versorgungsschicht. Liegt eine Netzhautablösung vor, muss eine Operation erfolgen.


Formen der Netzhautablösung

Netzhautablösungen können infolge eines Netzhautrisses entstehen. Die Loch- und Rissbildung ist die häufigste Form der Netzhautablösung. Zwischen dem Entstehen eines Netzhautrisses und der Netzhautablösung liegen meist nur wenige Tage.


Formen der Makuladegeneration

Die Makula ist ein kleiner (gelblicher) Fleck auf der Netzhaut. Sie liegt etwa 3,5 mm seitlich der Augenpapille und ist im Durchmesser nur etwa 1,5 mm groß. Hier befindet sich in einer kleinen Grube (Fovea) die Stelle des schärfsten Sehens. Die Makula besteht aus Millionen von Zapfen. Die Zapfen sind Photorezeptoren ("Sehzellen"), die hauptsächlich für das Farbensehen zuständig sind. In der restlichen Netzhaut findet man vor allem Stäbchen. Diese Photorezeptoren sind für das Dämmerungssehen zuständig.

Es gibt verschiedene erworbene und erbliche Makulaerkrankungen. Sie alle führen zu einer irreversiblen Störung der zentralen Sehschärfe.

Es gibt verschiedene Formen der Makuladegeneration: die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), die am häufigsten vorkommt, die juvenile Makuladegeneration, die toxische Makulopathie und die Myope Makulopathie


Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist in der westlichen Welt die häufigste Erblindungsursache bei Personen über 65 Jahren. Sie ist eine Sehstörung, die durch zunehmende Beeinträchtigung des zentralen, also des scharfen Sehens, gekennzeichnet ist.


Die diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie stellt in Europa die häufigste Erblindungsursache in der Altersgruppe zwischen 20 und 65 Jahren dar. Die Zuckerkrankheit ist eine schleichende Erkrankung. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen bei Diabetikern zu Veränderungen an den Gefäßen im ganzen Körper. Im Auge sind die winzigen Blutgefäße der Netzhaut betroffen, die ebenfalls durch die hohen Zuckerkonzentrationen im Blut geschädigt werden können. Die Sehzellen in der Netzhaut werden durch die Gefäßveränderungen nicht mehr ausreichend durchblutet.


Formen der diabetischen Retinopathie

An der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, kann es durch Gefäßveränderungen zu schweren Schäden an den Sehzellen kommen. Dies wird immer zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Eine rechtzeitige Behandlung ist von höchster Wichtigkeit. 


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